Thema des Monats

 

 

HENKEL´S Eier-Einlegemittel

"Huhn im Winter" nennt sich dieses Produkt, das die Gemischtwarenhandlung Söllheim führte. Der Name verweist auf die Funktion, die der Inhalt dieser Verpackung hatte: frische Eier sollten über die Wintermonate konserviert werden. Denn obwohl viele Bewohner des Hummelgaus selbst Hühner hielten, standen alle im Winter vor demselben Problem, nämlich dass die Hühner in dieser kalten Zeit ihre Legetätigkeit fast vollständig einstellten. Um dennoch einen Vorrat an Eiern für die Weihnachtsbäckerei anzulegen, wurden frische Eier eingelegt, zunächst in Kalkwasser, später in Wasserglas, eine alkalische Silicatlösung. Sowohl Kalkwasser als auch Wasserglas sind sehr aggressiv. Wasserglas greift viele Materialien wie z. B. Glas an, daher wurden zum Einlegen Steinzeugtöpfe verwendet. Wichtig war, dass die Eier frisch waren und vor dem Einlegen sorgfältig gereinigt wurden, damit sich das flüssige Kieselgel in den Poren der Eischale festsetzen und die Schale gegen Luftzufuhr und Bakterien abdichten konnte. Die Gebrauchs-Anweisung für unser Produkt beschreibt den Vorgang des Eier-Einlegens: "Inhalt der Packung in 2- 2 1/2 Liter heißes, nicht kochendes Wasser langsam und unter kräftigem Rühren einstreuen, dann nochmals mit 2 1/2 Liter abgekochtem Wasser verdünnen. Man läßt erkalten und rührt, bevor man mit dem Einlegen beginnt, nochmals kräftig um. Diese Lösung genügt für 100 Eier. Eier gründlich reinigen und mit dem spitzen Ende nach unten in den gesäuberten Topf legen. Die Lösung darüber gießen und mindestens 2cm überstehen lassen. Gefäß mit Papier oder Leinwand abschließen. Aufbewahrung erfolgt zweckmäßig in kühlen Räumen. Es ist nicht erforderlich, daß die Eier auf einmal eingelegt werden; man kann dies nach und nach, wenn die Eier zur Verfügung stehen, machen. Die in dieser Lösung eingelegten Eier bleiben über den Herbst und Winter vollkommen frisch." Das Eier-Einlegemittel wurde jedoch nicht nur in der Herbst- und Winterzeit gebraucht. Auch anstehende große Feste wie Hochzeiten oder Kirchweihen setzten einen Eiervorrat voraus, der über das übliche Maß hinaus ging � immerhin war das Aufbacken in großem Stile an solchen Festen üblich und die ganze Nachbarschaft musste mit Kuchenbündeln versorgt werden. Teilweise wurde schon im April oder Mai, wenn die Hennen viele Eier legten, mit dem Einlegen begonnen. In der gallertartigen Wasserglaslösung hielten die Eier mindestens 3 bis 6 Monate lang.

 

Termine

Öffnungszeiten

Mitte März bis Mitte Dezember:
Mittwoch und Sonntag
jeweils 14 – 17 Uhr


Gruppen/Schulklassen auch
außerhalb der angegebenen Zeiten

 

Mitte Dezember bis Mitte Maerz und
Karfreitag geschlossen

 

Kontakt

Museum Hummelstube
Bayreuther Str. 42
95503 Hummeltal
Telefon 09201 9186235

info@hummelstube.de
www.hummelstube.de

2020 © stefan m. kuehnlein