Thema des Monats

 

 

Feuersegen

Als Abwehrzauber gegen Feuersbrünste sollte dieses Dokument dienen: es handelt sich um einen Feuersegen, der das Feuer mit folgender Formel beschwören soll (die Orthographie folgt dem Original): „Bist will kommen du Feuriger Gast, greiff nicht weiter, alles was du hast. Das zehl ich dir Feuer zu einer Buß, im Namen Gottes des Vaters, Sohns und des Heili[gen] Geistes. Ich gebiete dir Feuer bey Gottes Kraft, die alles thut und alles schafft. Du wollest stille stehen, und nicht weitergehen; so wahr Christus stand am Jordan, da Ihm taufet Johannes der Heilige Mann. Das zehle ich Dir Feuer zu einer Buß, im Namen der heili[gen] Dreyfaltigkeit. Ich gebiete Dir Feuer, bey der Kraft Gottes, du wollest legen deine Flamen, so wahr Maria behielt ihr Jungfrauschaft vor allen Damen, die sie behielt so keusch und rein, drum stelle Feuer dein Wieten ein. Diß zehl ich dir Feuer zu einer Buß, im Namen der allerheiligsten Dreyeinigkeit. Ich gebiete dir Feuer, du wollest legen deine Glut, bey Jesu Christi theures Blut, das er für uns vergossen hat, für unser Blut und Missethat. Das zehle ich dir Feuer zu einer Buß, im Namen Gottes des Vaters, Sohnes und des heiligen Geistes. Jesus Nazarenus, ein König der Juden, hilf uns aus diesen Feuers Nöthen und bewahr diß Land und Gränz vor aller Seuch und Pestilenz.“ Zur Geschichte und Wirksamkeit der Formel ist auf der Rückseite des Dokuments vermerkt: „Eine wahre und approbierte Kunst in Feuers Brünsten und Pestilenz Zeit nüzlich zu gebrauchen. Dieses hat ein Christlicher Zigeunischer König aus Egypten erfunden. Anno 1714 den 10. Juni wurden in den Königreich Preussen 6 Zigeuner mit dem Strang gericht, der Siebende aber ein Mann von 80 Jahren sollte den 16 darauf mit dem Schwerdt gerichtet werden. Weil aber ihme zum Glück eine unversehene Feuers-Brunst entsten, so wurde der alte Zigeuner loßgelassen, zu dem Feuer geführet allta seine Kunst zu probieren, welches er auch mit großer Verwunderung der Anwesenden gethan, die Feuersbrunst in einer halben viertel Stund versprochen das solche ganz und gar aus gelöschet und aufgehöret hat, worauf ihm dann nach abgelegter Probe, weil er auch Solches an Tag gegeben, das Leben geschenket und auf freuen Fuß gestellet worden. Solches ist auch von Königl. Preussischer Regierung und dem General-Superintendenten zu Königsberg für gut erkannt und in öffentlichen Druk gegeben worden. Erstlich gedrukt zu Königsberg in Preussen, bey Alexander Baumann Anno 1715.“ Doch der Feuersegen schützt nicht nur vor Feuersbrünsten: „Wer diesen Brief in seinem Hause hat, bey den wird keine Feuers Brunst entstehen, oder auf kommen, ingleichen, so eine schwangere Frau diesen Brief bey sich hat, kann weder ihr noch ihrer Frucht eine Zauberey noch Gespenst schaden. Auch, so jemand diesen Briefe in seinem Hause hat, oder bey sich trägt der ist Sicher vor der leidigen Viehseuche und der Pestilenz.“

 

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2020 © stefan m. kuehnlein